Das Schönste am Herdenschutzhundjob: Oben sitzen!

Frollein Frieda auf der Düne mit Blick auf Vejlby Klit.

Oben habe ich den Überblick

So ein armer Herdenschutzhund auf Arbeit kann das Pech haben, mitten in seiner Herde wohnen zu müssen. Dann haben die kein eigenes Haus, so wie ich! Nein, die müssen den ganzen Tag bei Wind und Wetter draußen sein, können nicht mal ein Stündchen schlafen und werden wahrscheinlich auch nicht sehr oft geknuddelt.

Und dann diese ganzen Hundeamateure, die an denen vorbeilaufen! Es gibt doch tatsächlich Zweibeiner, die uns Herdenschutzhunde für aggressiv halten! Pah! Weff! Liebe Leute, wir sind nicht aggressiv – wir arbeiten! Und die Kollegen da draußen noch viel mehr als ich. Also bleiben Sie gefälligst von den Weiden weg und lassen Sie Herde und Hunde in Ruhe! Das sagt unsere Freundin Thea auch immer. Die hat selbst eine Menge Schafe und schimpft immer, weil die Spaziergänger auf ihren Weiden herumtrampeln und die Schafe erschrecken. Lassen Sie das!

Anmerkung der Übersetzerin: Frieda, du schweifst ab! Wir waren beim Oben-Sein! Spazierengehende Herdenschutzhundamateure sind nicht unser Thema!

Ist ja schon gut… Aber das kann hund gar nicht oft genug bellen.

Wo war ich? Herdenschutzhunde auf Arbeit… Wenn die mitten in der Herde sind, sehen sie nicht viel und müssen dauernd hin- und herrennen. Doof ist das! Und wir rennen gar nicht so gern.

Nein, da sitze ich doch lieber auf meinem Berg, werde nicht von Schafen bedroht und bekomme alles mit, was ringsherum passiert. Vor allem das Auftauchen von Briefträgern, Paketboten und befellten Feinden wie dem Satansbraten.

Kurz gebellt: Von oben passt es sich einfach viel besser auf.

Wenn ich oben bin, kann mich niemand ungesehen angreifen.

Oben ist auch klasse, weil sich niemand einfach anschleichen kann. Entweder müsste er über den Zaun klettern oder springen oder, wenn es ein Zweibeiner ist, das quietschende Gartentörchen öffnen. Dann würde ich den Angreifer vorher sehen bzw. hören und Maßnahmen ergreifen. Wegrennen zum Beispiel. Natürlich vorher noch kurz beißen, wenn es sich um von mir unerwünschten Besuch wie Briefträger oder Gasableserin handelt.

Allerdings gibt bzw. gab es zwei Ausnahmen: Die eine war der hübsche Schäferhundmix Chuck. Der ist einfach über das Gartentörchen gehüpft und war – schwupps! – im Garten. Da wollte er dann spielen. Ich spiele aber nicht mit jedem. Deswegen habe ich mich dann meistens auf der Treppe versteckt, und die Übersetzerin musste Chuck irgendwie nach Hause bugsieren. Inzwischen wohnt er woanders und springt nicht mehr in unseren Garten.

Eine schwarz-weiße Hundeschnauze schaut zwischen einem weißen Treppengeländer hervor.
Ich auf der Treppe. Da bin ich nicht nur gern, wenn ich mich vor unerwünschtem Besuch verstecke. Da ist auch irgendwie „oben“.

Dann ist da noch Tiffy, die Nachbarskatze. Die schleicht immer in unserem Garten herum, wenn ich gerade nicht gucke. Katzen können ja überall rauf oder durch. Ich kann riechen, dass sie da war, wenn ich morgens meinen Gartenkontrollgang mache. Aber dann sitzt das blöde Biest schon wieder auf ihrem Grundstück und zeigt mir die Mittelkralle.

Deswegen stehe oder sitze ich auch am liebsten auf meinem Berg oder in der Veranda. Wenn dann jemand durch das Gartentörchen kommt, kann ich sofort losstürzen. Bleiben Sie also besser draußen, wenn Sie nicht bei uns wohnen!

Von oben bin ich viel schneller unten als umgekehrt.

Dann habe ich nämlich mehr Schwung, wenn ich losrenne, um das zu verteidigen, worauf ich gerade aufpasse. So ein ordentlicher Herdenschutzhund passt nämlich auf alles auf, was in seiner Sichtweite ist. So steht das auch in meiner Stellenbeschreibung.

In der Nachbarschaft wohnt ein kleiner Junge, den ich regelmäßig verbellen muss. Der ist laut und fährt immer auf seinem Fahrrad die Straße rauf und runter. Ich renne dann hinter meinem Zaun hin und her und beschimpfe ihn. Dann bekommt er Angst. Blöderweise fährt er trotzdem weiter.

Neulich habe ich mitbekommen, wie er auf mich gezeigt und gesagt hat: „Das ist der Hund, dem die Straße gehört.“ Recht so! Weff!

Wenn ich oben bin, sehe ich viel größer aus

Ein schwarzweißer Hund steht auf den Hinterbeinen und hat die Vorderpfoten auf eine Mauer gelegt. Es handelt sich um die Burg in Quedlinburg.
Gucken Sie mal. Hier bin ich so weit oben, wie hund das nur sein kann (nämlich auf einer Burg, die sich auf einem Berg befindet). Und eigentlich bin ich auf dem Foto noch relativ klein, erst ein Jahr alt. Aber ich sehe doch wohl riesig aus, oder?

Haben Sie gemerkt, wie lange Sie scrollen mussten, bis Sie an meinen Hinterbeinen angekommen waren? So muss das sein!

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