Ein Erinnerungsspaziergang in Göttingen

Gestern musste ich wieder arbeiten. Dazu belle ich Ihnen später noch.

Als wir endlich Feierabend hatten, fand die Übersetzerin, dass wir ruhig einmal in Göttingen spazierengehen könnten. Wir waren nämlich ganz in der Nähe von da, wo sie auch mit dem Übersetzer am Anfang spazierengegangen ist und wo sie sich noch doller ineinander verliebt haben.

Da gab es mich noch gar nicht. Also überhaupt noch gar nicht. Auch nicht als klitzekleinen Welpen. Es kann sogar sein, dass meine Mutter noch nicht geboren war. Aber das gehört hier nicht her.

Gucken Sie, wie wir uns an den Übersetzer erinnert haben.

Spazierengehen im Göttinger Industriegebiet

Da haben wir noch gar nicht an einen Gedenkspaziergang gedacht. Es war ganz früh am Morgen, auf unserer ersten Gassirunde.
Auf diesem Bild habe ich noch meine Arbeitssachen an. Weil ich auf dem Beifahrersitz mitfahre, muss ich nämlich ein Geschirr anziehen, damit die Übersetzerin mich ordentlich anschnallen kann. Aber wir sind schon an unserer ersten Station: Dem Schwänchenteich im Levinschen Park in Göttingen.
Da sind wir dann eine ganze Weile herumgelaufen und haben uns umgesehen. Und die Übersetzerin hat mir gezeigt, wo sie überall mit dem Übersetzer in den Pausen auf der Bank gesessen und Kaffee getrunken hat.
Manchmal konnte sie ihn nämlich überzeugen, mit ihr spazierenzugehen, statt nur draußen zu rauchen und Kaffee zu trinken. Und dann haben sie manchmal auch belegte Brötchen gegessen. Hach… Wenn wir spazierengegangen sind, hatten sie nie welche dabei! Pah! Weff! Knöhrmöhr!
Das ist ein Wehr. Der Übersetzer hat auch genau erklärt, wie es funktioniert. Aber die Übersetzerin sagt, sie sei eine Techniklegasthenikerin, und deshalb konnte sie mir das gestern nicht weitersagen.
Dann sind wir langsam wieder aus dem Park herausspaziert. Was ich sehr schade fand, weil es dort sehr interessant gerochen hat. Ich glaube, da hatten eine Menge Kinder ihre Pausenbrote nicht aufgegessen…
Das ist das Gebäude der Alten Phywe in Göttingen. Das ist wirklich schon irre alt. In dem Büro hinter dem Fenster ganz oben rechts (mit dem Vogelkasten davor) hat der Übersetzer eine ganze Weile gearbeitet. Das war ein ganz niedriger Raum, und die Übersetzerin hat immer sehr gelacht, wenn sie ihn dort besucht und er sich jedesmal irgendwo den Kopf gestoßen und dann fürchterlich geflucht hat. Außerdem fand er es doof, dass er zum Rauchen immer kilometerweit die Treppe hinunter- vor allem wieder hinaufsteigen musste.
Das kann ich gut verstehen. In unserem neuen Zuhause müssen wir auch ganz viel Treppe steigen. Und wenn hund vorher spazieren war, ist das ganz schön anstrengend. Hechel.
Und hier hat die Weihnachtsfeier stattgefunden, bei der die beiden beschlossen haben, etwas miteinander anzufangen. Die Übersetzerin hat mir erzählt, dass es an dem Abend hundekalt war, nämlich minus 14°! Trotzdem sind sie spazierengegangen, weil sie Ruhe haben wollten. Und sie hätte sich den Popo abgefroren, weil sie sehr schick, aber nicht warm angezogen war.
Die beiden sind dann in der Kälte immer im Kreis herumgelaufen, haben Händchen gehalten und sich ab und zu gegenseitig gewärmt.

Das hätten sie nicht machen müssen, wenn sie mich schon gehabt hätten. Dann hätten sie sich an mir wärmen können. Nämlich!
Und hier bin ich noch einmal, wie ich aus sicherem Abstand aufs Wasser gucke.

Ach, wissense, eigentlich bin ich doch sehr froh, dass ich mich nicht an Sachen erinnern kann, die schon so lange her sind! Das scheint ja manchmal ganz schön traurig zu sein. Glücklicherweise hat die Übersetzerin ja noch mich. Und ich bin die allerbeste Trösterin auf der Welt. Echt!

Ich könnte so dolle trösten, dass ich noch vor dem schönen Tröstekissen, dass sie von ihrer Bloggerinnen-Gäng geschenkt bekommen hat, käme. Sagt sie. Und Ihr Menschen habt ja immer Recht, oder?

Und das ist wirklich schön, oder?

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