Warum Hunde keinen Urlaub brauchen und Menschen glauben, dass sie dauernd wegfahren müssen

Wir waren im Urlaub ja jeden Tag mehrmals am Strand. Von diesem gefährlich brandenden, fürchterlich schmeckenden und viel zu nassen Wasser abgesehen, hat solch ein Strand den Vorteil, dass hund kilometerweit gucken und natürlich auch rennen kann. Rennen finde ich persönlich jetzt nicht so wichtig – ich sitze oder liege auch sehr gern -, aber den Überblick weiß ich sehr zu schätzen.

Der Nachteil am Strand: Es gibt kein „Oben“. Dort bin ich aber sehr gern. Okay, auf flach und ohne Gebüsch gibt es auch einen guten Überblick, aber oben ist hund außerdem in Sicherheit. Ich bin ein großer Fan von „Oben“! Und bei mir zuhause gibt es viel mehr Oben als in Dänemark am Strand, das können Sie mir glauben!

Ich in einem zu kleinen Auto.

Natürlich fahre ich mit meinen Leuten auch weg, wenn die das brauchen. Aber ich brauche kein Umherkarjöhlen von A nach B in einem zu kleinen Auto! Ich brauche überhaupt keinen Urlaub, sondern bin glücklich und zufrieden, wenn ich unser Grundstück bewachen kann und meine regelmäßigen Spaziergänge (sehr gern mit meinen Hundekumpels und meiner lieben Gassifreundin!) habe. Die gehen auch fast immer nach oben, weil das im Werra-Meißner-Kreis kaum anders geht. Das macht auch viel mehr Spaß! Ich kann immer mal wieder meine Freundin Tami anspringen, wenn die beim Rennen nicht auf mich gewartet hat, oder ich kann gemäßigten Schrittes mit John-Boy durch den Wald schnüffeln.

Von rechts nach links: John-Boy, Tami, ich. Die Schatten sind unsere Leinenoberen.

Wissen Sie übrigens, dass nur Menschen glauben, Urlaub zu brauchen? Oder haben Sie schon einmal einen Hund bellen hören, dass er in Urlaub will? Oder bei Ihrem Vierbeiner wahrgenommen, dass er nicht dort zufrieden wäre, wo er gerade ist? Nein, ich behaupte, dass es kein einziges Tier gibt, dass „weg“ muss. Da sei Ihr Menschen wirklich einzigartig.

Anmerkung der Übersetzerin: Lachse, Aale, Forellen, Zugvögel, Karibus, und alles, was sonst noch so über den Erdball wandert, schwimmt und fliegt, nehmen wir mal aus. Die haben ja schließlich vernünftige Gründe für’s Verreisen und machen keine Kreuzfahrt…

Und ich frage mich immer wieder, warum das so ist. Weil ich ein schlauer Hund bin, habe ich auch eine Theorie dazu entwickelt. Sie können mir gern schreiben, wenn ich völlig daneben belle. Also: Ich glaube, dass viele Menschen eine Tendenz zur Unzufriedenheit haben. Und wer an einem Ort nicht zufrieden ist, glaubt vielleicht, dass es besser wird, wenn er (oder sie – Anmerkung der emanzipierten Übersetzerin) den Ort wechselt.

Aber das klappt nicht, denn an dem Ort, wo er (der Mensch – Anmerkung der gendermäßig völlig desinteressierten Frieda) angekommen ist, gibt es oft nicht das, was es an dem Ort gegeben hat, von dem er weggefahren ist, weil er dort unzufrieden war. Und sofort ist er auch am neuen Ort unzufrieden. Verstehen Sie, was ich belle?

Wie oft habe ich schon von Menschen gehört, die in den Süden gefahren sind, weil es dort so schön warm ist und die Menschen so entspannt sind – und dann regen sie sich darüber auf, wenn das Frühstück nicht pünktlich auf dem Tisch steht oder sie schwitzen. Verstehe ich nicht. Aber ich bin ja auch nur der Hund…

Wir fassen zusammen: Ich als Hund brauche keinen Urlaub. Und ich wünsche mir, dass meine Leute diese Haltung annähmen. Da, wo wir wohnen, ist es doch schließlich auch wunderschön! Gucken Sie mal:

Meine Lieblingsschäferin und Dompteurin von feuerspuckenden Schafen und anderen wilden Tieren (Hunde und Hühner vor allem) zum Beispiel fährt auch nicht in Urlaub. Weil sie auf ihre vielen Tiere aufpassen muss, aber auch, weil sie findet, dass Urlaub nicht nötig ist und die Umwelt verpestet. Ganz besonders solche Urlaube, zu denen die Menschen mit stinkenden Vehikeln reisen. Oder noch schlimmer: mit riesigen Schiffen einfach nur sinnlos herumkarjöhlen und sich am Buffet vollfressen. Naja, so ein Buffet…

Falls Sie sich jetzt fragen, was denn ein Hund von Urlaub und Reisen und Zufriedenheit oder Unzufriedenheit weiß: Nix. Hunde sind nicht zufrieden. Hunde sind. Und genau das würde ich Euch Menschen auch einmal wünschen.

2 Kommentare

  1. Hallo Frieda,
    da ich keinen Daumen habe, strecke ich beide Vorderpfoten hoch. Ich stimme dir voll zu und wo du wohnst ist es tatsächlich sehr schön.
    Wuff die Nelly

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    1. Liebe Nelly, vielen Dank für Deine hochgestreckten Vorderpfoten! Ich glaube ja, dass jeder Hund schön wohnt, der nicht in der Großstadt wohnen muss. Hier ist es vor allem für mich so schön, weil es soviel „Oben“ gibt. 🙂

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