Zwei Hunde wohnen – ach! – in Frollein Frieda!

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute gibt es ausnahmsweise einen Beitrag der Übersetzerin. Das Frollein Frieda ist nämlich gerade nicht zurechnungsfähig, sondern tüdelütüh. Das ist sie zweimal im Jahr, und der Fachbegriff dafür lautet „Hitze“ oder „Läufigkeit“. Zu ihrer ersten Läufigkeit hatte sie selbst schon einmal etwas geschrieben.

Dann ist sie abwechselnd appetitlos und verweigert sogar das gute, teure Hundefutter aus der Dose oder schnappt sich alles, was nicht schnell genug weggeräumt wurde, z.B. das selbstgebackene Brot unserer lieben Freundin und Hundetrainerin.

Beim Auspacken einer geklauten Leckerei.

Sie fiepst und jammert, versteckt sich oder will ganz dringend gestreichelt werden – das alles innerhalb weniger Minuten. Deshalb bin ich froh, halbwegs gut über die Hitze bei Hündinnen informiert zu sein. Da ist mensch dann nicht ganz so überfordert mit den Geschehnissen.

Blöd ist es natürlich, wenn der Rest der Welt das (verständlicherweise) nicht ist. So hatten wir vor ein paar Tagen mit einem nicht besonders großen, aber sehr engagierten jungen Rüden zu tun, der seinem Frauchen einfach aus dem Auto gesprungen war, um Friedas (Duft-) Spuren zu folgen. Glücklicherweise hat sie mit aufdringlichen Verehrern nichts am Hut und vergisst auch während der Läufigkeit ihre Königsdisziplin, das Sitzen, nicht.

Trotzdem ist es sinnvoll, beim Spaziergang vorsichtig zu sein. Immerhin könnten wir den niemals auf seine Leute hörenden Bello treffen oder das zweifelhafte Glück haben, dass Frieda sich im falschen Moment in der so genannten „Standhitze“ befindet, also deckbereit ist.

Anmerkung von Frollein Frieda (Ja, das ist so falschrum! Eigentlich sollte ich schreiben lassen und die Übersetzerin darf ausnahmsweise eine Anmerkung machen. Aber dieses Mal hat sie sich vorgedrängelt, und ich musste gerade dazwischengehen). Was ich aber eigentlich bellen wollte: Wenn in dieser Phase ein Rüde des Weges kommt und mich mag, mache ich meine Rute zur Seite und freue mich über Liebesbeweise.

Frieda, Ruhe! Du darfst den nächsten Beitrag wieder diktieren.

Die Phase der Standhitze dauert ca. 3-21 Tage und ist für mich blöderweise erst zu erkennen, wenn es schon fast zu spät ist. Deshalb habe ich sie dann auch sicherheitshalber an der Leine und gehe mit ihr entweder nur dort spazieren, wo wenig los ist oder frühmorgens vor der Arbeit.

Oder Frieda macht es sich im Garten gemütlich. Groß genug ist er, und sie kann nebenbei arbeiten.

Möglicherweise fragen Sie sich jetzt, warum ich Frieda nicht kastrieren lasse, wenn diese zweimal pro Jahr stattfindende Läufigkeit so unglaublich anstrengend (für mich) ist.

Das hat die folgenden Gründe:

  1. Es handelt sich um eine ca. 40-minütige Operation. Und eine Operation birgt Risiken. Immer.
  2. Es besteht die Gefahr von Komplikationen danach, z.B. in Form von Inkontinenz, Gewichtszunahme, Erkranken an anderen Krebsarten.
  3. Insbesondere bei unsicheren Hündinnen (und Frieda ist eine) oder solchen, die Artgenossen gegenüber aggressiv sind, kann eine Kastration zu erhöhter Aggressivität führen, weil keine Östrogene mehr produziert werden.
  4. Das häufig als Argument vorgebrachte Krebsrisiko ist in dieser Form nicht haltbar.
  5. Es besteht keine medizinische Notwendigkeit. Und eine Kastration ohne medizinische Notwendigkeit erlaubt das Tierschutzgesetz nur in Ausnahmefällen, z.B. bei der Gefahr „unkontrollierter Vermehrung“.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich lehne eine Kastration nicht grundsätzlich ab. Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, sollte sie natürlich durchgeführt werden. Aber ich würde mir eine zweite Meinung einholen, wenn meine Tierärztin dafür bekannt ist, sehr häufig die Kastration zu empfehlen.

Tatsache ist: Ein- bis zweimal pro Jahr ein paar Blutstropfen auf dem Teppichboden und die erforderliche größere Wachsamkeit des Menschen sind keine medizinische Notwendigkeit! Wenn ich meinen Hund (egal, ob Rüde oder Hündin) kastrieren lasse, weil er „stressig“ ist, in diesen Phasen mehr Arbeit macht oder um eine möglicherweise von mir so wahrgenommene Dominanz zu verringern, sollte ich mir vor der Anschaffung eines Hundes die grundsätzliche Frage stellen, ob ich bereit bin, meinen Hund in guten und schlechten Zeiten zu begleiten. Und wenn ich das ehrlicherweise verneinen muss, bleibt immer noch die Möglichkeit, mich ehrenamtlich im Tierschutz zu engagieren.

Anmerkung von Frollein Frieda: Genau! Nämlich! Weff! Das belle ich immer wieder. Wir sind keine Sachen! Wir sind Familienmitglieder! Und weil wir bei diesem Thema nicht mitbellen können, sollten Sie sich wirklich gut überlegen, ob Sie wirklich, wirklich, wirklich einen Hund wollen.

Wer das nicht glaubt, darf gern dieses Buch lesen: Strodtbeck, Sophie und Gansloßer, Udo: Kastration und Verhalten beim Hund.

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