Ein Hinweis in eigener Sache für das obere Ende der Leine*

*… und für alle anderen Zweibeiner, die seltsamerweise ohne einen Hund unterwegs sind.

Liebe Leserin, lieber Leser, liebes Rudel!

Erst gestern hat sich die Übersetzerin wieder tierisch aufgeregt – und ich mit. Ich merke nämlich immer, wenn sie sich ärgert. Sie riecht dann komisch, und ich habe das Gefühl, viel mehr aufpassen zu müssen. Das macht mir Stress, ich werde laut, und im Notfall würde ich auch auf jemanden losgehen.

Also: Wir spazierten gemütlich auf einem unserer üblichen Wege. Ich hatte Zeit und Muße, überall herumzuschnuppern, mit abwesenden Hundekollegen durch ausgiebiges Drüberpinkeln zu kommunizieren, alles, was hund eben so beim Spaziergang macht.

Ich am Feldwegrand. Freundlich lächelnd – und sitzend.

Die Übersetzerin guckt ja immer weit voraus, damit sie nicht von irgendetwas überrascht werden und mich immer rechtzeitig herbeirufen kann. Das hat sie auch diesmal gemacht, für einen Radfahrer. Ich hin, mich ordentlich so hingesetzt, dass er gut vorbeifahren konnte, die Übersetzerin ein freundliches Lächeln im Gesicht. Glauben Sie, dass der auch nur einen Ton gesagt hätte? Nein, weder kam ein „Dankeschön!“ noch ein „Hallo!“ Die Übersetzerin hat fast mehr geschimpft als ich, wenn ich den Briefträger sehe. „So ein blöder Ignorant! Das mache ich nicht nochmal! Ich habe die Nase voll vom Nett-Sein!“ hat sie gerufen. Sehr laut übrigens.

Echt jetzt, unter Euch Menschen gibt es schon einige unhöfliche Modelle. Man kann doch mal kurz hochgucken und „Guten Tag!“ sagen! Und wenn man das nicht will, weil man reden gerade voll anstrengend findet, kann man doch wenigstens nicken. Aber so tun, als wäre man ganz allein auf der Welt…

Die Übersetzerin oder unsere Gassifreundin rufen in so einem Fall ja gern etwas hinterher: „Bitteschön!“, „Das machen wir nicht nochmal!“ oder „Frieda, beim nächsten Mal darfst du ihn beißen!“.

Wiessen Sie, ich als Hund finde es schon recht nervig, wenn mein Mensch mich immer wieder herbeiruft, weil irgendjemand des Weges kommt und ich meinen Hundekram dann nicht in Ruhe erledigen kann. Die Übersetzerin macht das ja jedes Mal, weil sie eben ein höflicher Mensch ist. Und wenn sie sauer ist, weil sie niemand lobt, rieche ich das. Und dann bekomme ich Stress. Und dann… Siehe oben.

Auf Deutsch heißt das „Dankeschön!“, und Sie dürfen es gern auswendig lernen!

So ein freundlicher Mensch ist doch auch irgendwann traurig, wenn er so gar nicht wahrgenommen wird. Und dann wird er vielleicht eines Tages böse und beschließt, ab sofort auch unhöflich zu sein. Das wäre doch schade!

Klar, Sie sind bestimmt alle immer nett und freundlich. Aber wenn Sie jemanden dabei erwischen, wie er sich nicht bedankt oder „Guten Tag!“ sagt, könnten Sie ihn ja einmal darauf hinweisen. Oder extra höflich sein. Irgendwo müsst Ihr Menschen doch einmal damit anfangen, die Welt wieder etwas netter zu machen!

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