Personaltraining für Hunde – Teil 2

Im letzten Teil hatte ich Ihnen gebellt, dass ich gern mitdenke und überhaupt ein sehr selbständiger Hund bin. Okay, die Luna ist auch ein selbständiger Hund; aber im Gegensatz zu mir will sie dabei auch noch nett sein. Das nennt man bei den Labradoren „will to please“, hat der Übersetzer einmal erzählt. Sowas habe ich nicht. Und damit Sie das auch verstehen können, kommt jetzt etwas Wissenswertes über Herdenschutzhunde.

Den folgenden Text hat die Übersetzerin im Internet gefunden, und zwar hier: https://www.hundetrainer-netzwerk.com/2016/herdenschutzhunde/. Die Anmerkungen in den Klammern sind von mir.

„Ursprünglich wurden Herdenschützer zum Schutz von Herden gegen wilde Tiere bzw. Feinde gebraucht. Dazu wurde auf eine hohe Selbstständigkeit und Durchsetzungsfähigkeit Wert gelegt. Während Wachhunde im Idealfall nur anschlagen, falls sie etwas Ungewöhnliches entdecken, ist der Herdenschutzhund dazu da, direkt nach vorne auf den Feind zu gehen. Legenden zufolge waren Herdenschutzhunde sogar in der Lage, Bären und Wölfe abzuwehren. (…) (Ich nicht, das ist mal sicher. Aber ich bin sehr gut im Abwehren von Briefträgern, Martinssingern und Gasableserinnen.)

Herdenschutzhunde zeichnen sich aus durch eine hohe Selbstständigkeit. Was zunächst einmal nicht schlecht klingt, kann aber sehr bald sehr problematisch werden. Sobald ein Herdenschutzhund es für nötig befindet, trifft er selbstständige Entscheidungen. Im eher harmlosen Fall kann das dazu führen, dass der Hund alle Menschen (ins Haus) eintreten, jedoch nur noch unter Protest wieder rausgehen lässt.

(Jep! Freunde von Loh-Loh, die Weihnachtsverwandten, früher auch die Töchter vom Übersetzer und erst letztes Jahr den Chef der Übersetzerin.)

Im schlimmeren Fall kann sehr problematisches Verhalten auftreten. Falls der Hund statt wie in der Natur seine Herde seine Menschen verteidigen will, kann es besonders wegen seiner oftmals stattlichen Größe schnell zu ernsthaften Verletzungen kommen.

(Nö. Nicht bei mir. Ich komme aus dem Hinterhalt, beiße kurz zu und bin dann ganz schnell wieder weg. Ich habe ja schließlich auch Schiss!)

Immerhin sind Herdenschutzhunde auch in der Lage, im Alleingang einen Wolf zu erlegen. Enger Kontakt zum Menschen ist daher für viele Rassen unter den Herdenschutzhunden sehr wichtig. Nur dieser kann dazu führen, dass der Hund – wenn er dem Menschen vertraut – sein Handeln nach dem Menschen richtet, statt selbst zu entscheiden.“

(An dieser Stelle eine Anmerkung der Übersetzerin: Wir haben sehr viel mit Frieda geübt und ihr glaubhaft versichert, dass wir auch eine Besuchssituation unter Kontrolle haben – unter unserer Kontrolle! Inzwischen ist sie so entspannt, wie ein ängstlicher Herdenschutzhund eben sein kann.)

Und weil die Übersetzerin das alles gelesen hat, wollte sie natürlich auch dafür sorgen, dass ich mit ihr ordentlich zusammenarbeite. Dabei hat sie nie mit mir herumgeschrien wie das manche Leute mit ihren Hunden machen, sondern war immer ruhig und freundlich. Klar, manchmal hat sie „Olles Rabenaas!“ gebrummelt und geglaubt, ich verstehe das nicht. Habe ich aber. Wir können nämlich hören, ob unsere Leute gerade sauer auf uns sind oder ob alles in Ordnung ist.

Ein paar von den Sachen, die da oben beschrieben sind, habe ich aber trotzdem gemacht. Deswegen musste die böse Frau auch noch ein paarmal zu uns nach Hause kommen. Ich habe nämlich wirklich nicht gern Leute aufs Grundstück gelassen. Und wenn sie dann trotzdem hereingekommen sind, habe ich manchmal auch versucht, sie festzuhalten, damit sie nichts klauen. Ganz am Anfang hatten meine Leute ihren Briefkasten nämlich noch an der Haustür. Aber nachdem ich einmal eine Briefträgerin gebissen hatte, meine Leute ihren kaputten Hintern bezahlen mussten und danach alle Paketboten und Briefträger einen Umweg um unser Haus gemacht haben, wurde der Briefkasten außen angebracht. Was mich nicht daran hindert, ein Mordsspektakel hinter dem Zaun zu machen.

„Frieda, du schweifst schon wieder ab!“ ruft die Übersetzerin gerade und weigert sich, weiter zu schreiben. „Wir können doch nicht alle Geschichten auf einmal erzählen; da kommen die Leser doch ganz durcheinander! Wir brauchen ein System!“ Das ist übrigens ein feiner Zug meiner Übersetzerin: Sie ist immer sehr gut sortiert.

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