Ich in der Hundeschule – und im Leckerli-Tunnel! – Teil 1

Meine Leute wollten ja alles ordentlich machen. Und weil überall steht, dass man schon mit einem jungen Hund gutes Benehmen üben sollte, haben sie mich in einer Welpengruppe angemeldet. Da ist fast nur der Übersetzer hingegangen, weil die Übersetzerin immer bis abends arbeiten musste. Eigentlich sollte das ja umgekehrt sein, aber sie musste für eine kranke Kollegin einspringen und den Menschen Brötchen, Brot und Kuchen bringen.

Brot… Ich wusste ja noch gar nicht, was das ist, da mochte ich es schon! Hatte ich Ihnen gebellt, dass ich mal ganz allein ein Dreipfund-Roggenmischbrot gefressen habe?

In weniger als einer Viertelstunde? Gut, danach hatte ich fürchterliches Bauchweh (oder „Wanstrammeln“, wie die Leute hier dazu sagen); aber lecker war es doch.

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Ich mit Wanstrammeln.

„Frieda, du schweifst ab!“ ruft die Übersetzerin gerade. Stimmt. Wir waren ja eigentlich bei der Welpengruppe. Dazu musste man eine ganze Weile mit dem Auto fahren, bis tief ins Gelände, wo es duster war wie im Bärenhintern. Wir hatten noch Winter und deswegen wurde es früh dunkel. „Und arschkalt!“ ruft gerade der Übersetzer dazwischen. Der musste ja auch die ganze Zeit fast bewegungslos herumstehen; gearbeitet habe nämlich nur ich.

Es gab eine Menge junger Hunde, und ich fand sie alle doof. Zum Beispiel der Boardercollie. Das war ein oller Streber, ich bell’s Ihnen! Diese Boarders wollen ja die ganze Zeit nur Tricks machen und Bällchen geworfen kriegen und rennen hektisch herum. Ne, nicht meine Rasse, echt nicht! Dann machte noch ein Labrador mit, der dauernd mit mir spielen wollte. Ich wollte aber nicht, und dann hat der immer versucht, mich über den Haufen zu rennen, damit ich doch spiele. Bin ich eben weggelaufen und habe mich versteckt. Das fand dann wieder der Übersetzer doof, weil er dachte, dass jetzt alle denken, ich wäre feige.

Diese Labradore sind aber nicht nur verspielt und wild nach Wasser (und mit beidem habe ich überhaupt keine Verträge!), sie haben auch einen „Will to please“ angezüchtet gekriegt. Das heißt, die wollen immer allen gefallen und freundlich sein. Unsere Luna ist ja auch immer ganz nett,

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Die liebe Luna. Nett, aber eben auch ein bisschen …

wenn es sich nicht gerade um einen fusseligen kleinen Kläffer handelt, der ihr auf die Nerven geht. Die würde wahrscheinlich sogar einen Einbrecher freundlich begrüßen. Ich nicht. Ich würde ihn erst verbellen, dann kurz beißen und dann wegrennen. Glaube ich jedenfalls. Aber anderen gefallen? Fremden Menschen womöglich noch??? Pah, weff! Ich will doch keinem gefallen! Ich bin meine eigene Frieda! Echt, soweit kommt das noch!

Ja, ich schweife schon wieder ab, ich weiß. Aber ich muss mich auch immer ein bisschen aufregen, wenn ich an so etwas denke.

 

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