Warum Sie niemals in Ihrer Aufmerksamkeit nachlassen sollten

Liebe Leserin, lieber Leser,

diesen Post schreibe ich nicht im Auftrag von Frl. Frieda, sondern weil ich das dringende Bedürfnis dazu habe. Er richtet sich ausnahmsweise auch nicht an das ganze Rudel, sondern nur an den zweibeinigen Teil am oberen Ende der Leine. Und bevor ich Ihnen gleich mit hoch erhobenem Zeigefinger einen meiner Ansicht nach unglaublich wichtigen Hinweis gebe, erzähle ich Ihnen, was dem Fräulein Frieda und mir gerade passiert ist.

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Frieda sitzt. Wie sich das gehört.

Noch am Frühstückstisch stellte meine liebe Frau Schwiegermutter, von Frieda „Lolo“ genannt, fest, dass unser Satansbraten ja glücklicherweise die Broträuberei inzwischen unterließe. Ich bejahte das, gab aber auch zu bedenken, dass wir Brot und Brötchen inzwischen auch vor dem Zugriff des räuberischen Hundes in Sicherheit brächten. Der Grund für die Erwähnung von Friedas Kleptomanie in Bezug auf Backwaren wird später deutlich.

Was war passiert? Frieda und ich befanden uns an einem Weg, der dicht an einer viel und vor allem von LKW befahrenen Straße entlangführt. Normalerweise ist das überhaupt kein Problem, weil sich Frieda lieber auf die Wiese und die darauf befindliche Schafscheiße konzentriert als auf die Straße.

Heute nicht. Mein Hund, der von mir gelernt hat, an wirklich jeder Straße zu sitzen und sich erst weiterzubewegen, wenn ich es sage, rennt auf einmal für mich ansatzlos und wie angestochen die Böschung hinunter – Richtung Straße.

Glücklicherweise ist heute Sonntag. Glücklicherweise war der Fahrer des einzigen Fahrzeugs, das die Straße befuhr, so umsichtig, sehr, sehr langsam zu fahren. Und glücklicherweise schien Frieda an meiner Stimme gehört zu haben, dass es mir jetzt aber auch wirklich sehr ernst ist mit „Hierher! Sofort!“ und kam wieder.

Straße
Leer. Unser Glück!

Diese Aktion hätte aber auch mit einem verletzten oder – schlimmer noch – toten Hund enden können. Wir hatten Glück. Wir hatten wirklich Glück!

Den Anlass für dieses kamikazemäßige Verhalten sah ich erst, als ich Frl. Frieda wieder an der Leine hatte: Da lag ein Brot am Straßenrand. Ein olles, leicht angeschimmeltes Zwei-Pfund-Graubrot! Brot_schimmlig

 

Ich habe daraus gelernt, noch viel mehr aufzupassen, unsere Umgebung so genau wie möglich wahrzunehmen und auf noch so klitzekleine körpersprachliche Signale meines bepelzten Kohlehydratjunkies zu achten.

Diese Geschichte habe ich Ihnen erzählt, damit auch Sie daran erinnert werden, dass so ein Hund eben nicht immer in unserem menschlichen Sinne „funktioniert“. Auch der Schäferhund, dem es normalerweise nicht im Traum einfallen würde, irgendetwas anderes zu tun als das, was sein Mensch ihm sagt, kann einmal aus der ihm von uns zugedachten Rolle fallen.

„Denn der Teufel ist ein Eichhörnchen und kotzt gern einmal vor der Apotheke!“ pflegte meine Oma häufig zu sagen.

Nehmen Sie sich meine Geschichte zu Herzen! Sehen Sie meinen erhobenen Zeigefinger!

Und achten Sie gut auf Ihren Hund.

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